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Diese Studie beschäftigt sich mit individuellen Behandlungsstrategien renommierter Netzhautspezialisten in Asien, Europa und den USA für die Retinopathia centralis serosa (RCS), für deren Therapie es keine anerkannten prospektiven, randomisierten Studien und somit keine standardisierte Therapieempfehlung gibt. Zur Ermittlung der Therapiestrategien wurde ein 27 Punkte Fragenkatalog an Netzhautspezialisten geschickt, die mindestens eine Publikation als Erstautor in einem nationalen oder internationalen „peer reviewed“, englischsprachigen Magazin in den letzten 2 Jahren veröffentlicht haben.
Es konnten 107 Antworten ausgewertet werden.
Bei akuter RCS ziehen es 79.1% der Retinologen vor, den Verlauf 3 Monate zu beobachten.  Die Photodynamische Therapie (PDT) wird von 66.7% als Option bei chronischer RCS gewählt, wobei die PDT in 60.6% als mit ganzer Dosis und halber Bestrahlungszeit durchgeführt wird.
Bei chronischer RCS mit intraretinalen zystischen Veränderungen entschieden sich 43.1% für ein abwartendes Beobachten.
Diagnostisch wird in 59.8% das EDI OCT angewendet (zur Messung der verdickten Chorioidea), wobei die ICG Angiographie nur in 37.8% der Fälle zur Anwendung kam. Als einziger regionaler Unterschied zeigte sich bei den asiatischen Retinologen eine Vorliebe für den fokalen Laser als initiale Therapie.
Medikamentös entschieden sich 36.1% für Eplerenone (Mineralcorticoid-Antagonist) als First-line Therapie.  41.2% haben anti-VEGF versucht und es als wenig hilfreich deklariert. Weiterhin als orale Therapie wurde Spironolacton (11.5%), Rifampin (6.6%) und Melatonin (3.3%) eingesetzt.

Mehta PH, et al. Br J Ophthalmol 2016;0:1–4. doi:10.1136/bjophthalmol-2016-309247