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FABP4-Serumkonzentrationen werden mit Adipositas-assoziierten metabolischen und kardiovaskulären Störungen, Schlaganfall, T2DM und Gestations-Diabetes mellitus in Verbindung gebracht und haben sich als Marker für metabolische Risiken und metabolisches Syndrom etabliert.

Ein Zusammenhang zwischen FABP4-Blutkonzentrationen und mikrovaskulären Erkrankungen wie die diabetische Retinopathie (DR) wurde jedoch bisher nicht untersucht. In dieser Kohortenstudie wurde der Serum-FABP4-Spiegel bei Typ-2-Diabetikern ohne DR bei Erstvorstellung bestimmt, um einen möglichen Bezug von FABP4 zu einem erhöhten Risiko der Entwicklung einer DR innerhalb von 5 Jahren herstellen zu können. Insgesamt wurden 738 Patienten mit Typ-2-Diabetes ohne DR einbezogen und prospektiv nachuntersucht. Es folgte über 5 Jahre eine jährliche augenärztliche Kontrolle der Netzhautsituation. Während der Nachbeobachtungszeit entwickelten 20 % der Patienten DR und 8 % der Patienten Visus-beeinträchtigende DR (VTDR). Statistisch konnte eine positive Korrelation zwischen dem Serum-FABP4-Spiegel und der internationalen Skala für Klinische Diabetische Retinopathie-Schweregrade festgestellt werden. Nach Anpassung bezüglich anderer etablierter Risikofaktoren wurden in multivariaten Modellen, die das dritte und vierte Quartil mit dem ersten Quartil des FABP4 verglichen, FABP4-Werte mit Entwicklung einer DR assoziiert. Das bereinigte Risiko erhöhte sich um 124 % bzw. 227 %. In ähnlicher Weise stieg das bereinigte Risiko für die Entwicklung einer VTDR um 140 %, bzw. 278 %. Obwohl eine mögliche kausale Beziehung zwischen FABP4 und Entwicklung einer DR noch nicht klar ist, bestätigen die Autoren, dass FABP4 ein starker und unabhängiger prognostischer Marker für DR und VTDR bei Patienten mit Typ-2-Diabetes ist. Mögliche Mechanismen könnten sein: eine assoziierte Entzündung, oxidativer Stress, ein möglicher Einfluss von FABP4 auf Arteriosklerose und Insulinresistenz und ein in letzter Zeit postulierter durch FABP4-induzierter Stress für das endoplasmatische Retikulum. FABP4 zeigt das Potenzial, ein neuer Biomarker für DR-Vorhersage bei chinesischen Patienten mit T2DM sein zu können, wobei folgerichtig bei T2DM-Patienten mit FABP4 Werten im höchsten Quartilenbereich eine strikte glykämische Kontrolle und häufigere Netzhautuntersuchungen empfohlen werden.


Zhang XZ, Tu WJ et al, AM J Ophthalmol . 2018 Mar;187:71-79.