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Obwohl die intrakamerale Verabreichung von Antibiotika weitgehend üblich ist, gibt es keinen Konsens über die beste prophylaktische Therapie oder den Verabreichungsweg, eine postoperative Endophthalmitis (POE) zu vermeiden. Ziel dieser Studie war es, die Sicherheit und Wirksamkeit von intrakameralem Cefuroxim (ICC), Moxifloxacin (ICM) und Vancomycin (ICV) als prophylaktische Therapie zur Prävention von POE zu bewerten. Die Autoren führten eine systematische Überprüfung und Meta-Analyse der relevanten Literatur durch. Als primäres Ergebnis wurde die Inzidenz einer Endophthalmitis nach Katarakt-Chirurgie definiert. Es wurden 17 Studien mit insgesamt 900000 Teilnehmern eingeschlossen, in denen am Ende der Katarakt-Operation ein intrakamerales Antibiotikum eingesetzt wurden. Die durchschnittliche postoperative Endophthalmitis-Inzidenzrate nach intrakameraler Gabe von Cefuroxim, Moxifloxacin und Vancomycin lag bei 0,0332 %, 0,0153 % und 0,0106 %. Sekundäranalysen zeigten keinen Unterschied in der Wirksamkeit zwischen intrakameralen plus topischen Antibiotika gegenüber intrakameraler allein (P > 0,3), somit könnten IC-Antibiotika allein genauso wirksam sein wie IC plus postoperative topische Antibiotika; jedoch fehlt ein direkter Vergleich und die Uneinheitlichkeit der topisch angewendeten Antibiotika lässt einigen Interpretationsspielraum zu. Weiterhin zeigten diese Daten, dass die Anwendung von ICV, wenn auch sehr selten, mit einer hämorrhagischen okklusiven retinalen Vaskulitis (HORV) assoziiert sein kann. Bei Anwendung von ICC zeigten sich minimale toxische Ereignisse bei Standarddosen. ICM war das bezüglich der Sicherheit am besten untersuchte Antibiotikum und zeigte bei allen untersuchten Konzentrationen ein niedriges Toxizitätsprofil.


Bowen RC1, Zhou AX2, Bondalapati S et al. Br J Ophthalmol. [Epub ahead of printt, doi: 10.1136/bjophthalmol-2017-311051.