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Bei Astronauten der International Space Station (ISS) wurden Veränderungen der Augen festgestellt, die Bedenken aufkommen lassen, was zukünftige Weltraummissionen zum Mars und anderen Zielen betrifft. Bisher nicht beschriebene pathologische, systemische und neuro-ophthalmologische Reaktionen wurden erstmals bei Astronauten während und nach Langzeit-Raumflügen beschrieben. Zu der komplexen Klinik des Space Flight-Associated Neuro-Ocular Syndroms (SANS) gehört ein- oder beidseitiges Papillenödem, Bulbusabflachung, Aderhaut- und Netzhautfalten, Hyperopisierung und Nervenfaserschicht-Infarkte. Das Syndrom teilt einige Ähnlichkeiten mit der auf der Erde bekannten Idiopathischen intrakraniellen Hypertension, während gleichzeitig dafür typische Symptome wie beidseitiges Auftreten, chronische Kopfschmerzen und Puls-synchronisierter Tinnitus fehlen. Eine Hypothese versucht SANS durch eine Verschiebung der cerebro-spinalen Flüssigkeit in der Schwerelosigkeit zu erklären. Jedoch sind die Veränderungen individuell sehr verschieden, treten meistens relativ rasch nach dem Start auf, schreiten langsam voran und korrelieren in der Schwere mit der Dauer der Mission. SANS unterliegt weiterer Forschungsanstrengungen, insbesondere unter der Berücksichtigung kommender bemannter Missionen ins All, wie Reisen zum Mond oder Mars.


Space Flight-Associated Neuro-ocular Syndrome, Lee AG, JAMA Ophthalmol. 2017 Jul 20