1. Hornhaut

Im folgenden werden etablierte und nicht etablierte Verfahren zur Behandlung der Presbyopie der Hornhaut vorgestellt:

 

 

 

a. Lasik und PRK

 

 

 

i. Monovision:

 

 

 

Durch Erzeugung einer sogenannten Monovision wird ein Auge auf Nahsicht (typischerweise das nicht-dominante Auge) und das andere auf Fernsicht eingestellt, um eine relative Brillenunabhängigkeit zu gewährleisten. Wenn das nicht-dominante Auge auf Fernsicht optimiert wird, spricht man von “crossed oder über-Kreuz-Monovision”. Bei Kontaktlinsenträgern ist das bereits seit Jahrzehnten eine viel praktizierte Methode und wird sehr gut toleriert.

 

In der refraktiven Chirurgie wurde das Prinzip der Monovision ausgiebig untersucht.

 

2001 veröffentlichten Jain et al erstmals eine Studie mit 42 Patienten, die sich entweder PRK oder LASIK mit oder ohne Astigmatismuskorrektur in einem oder beiden Augen mit dem Ziel Monovison oder crossed Monovision zu erreichen. 88% der Patienten waren zufrieden. In anderen Studien wurden ähnliche Zufriedenheitsraten berichtet.

 

Während dies ein ermutigendes Ergebnis auf der Suche nach Brillen- oder Kontaktlinsenunabhängigkeit war, berichteten anderen Studien von weniger erfreulichen Ergebnissen bei zunehmendem Alter nach LASIK

 

Während Monovision sich als erfolgreiche Methode zur Behandlung der Presbyopie erwiesen hat, sollte nicht darauf verzichtet werden, präoperativ eine sorgfältige Aufklärung bezüglich der für Monovision typischen und möglichen Probleme zu diskutieren: Durch Induktion einer Ansiometropie kommt es zur Reduktion der binokularen Sehschärfe und Stereopsis.

 

 

 

ii. PresbyLasik

 

 

 

Techniken, um eine multifokale Hornhaut durch LASIK zu schaffen, wurden als PresbyLASIK bezeichnet. Momentan werden 3 Techniken unterschieden: Übergangs- oder vorübergehende Multifokalität, periphere PresbyLASIK und zentrale PresbyLASIK.

 

Übergangs- oder vorübergehende Multifokalität: Diese geht mit einem signifikanten vertikalen Koma einher und konnte sich deshalb nicht wirklich durchsetzen.

 

Periphere PresbyLASIK: Abtragung der peripheren Hornhaut für die Nähe und Belassen des Zentrums für die Fernsicht. Typischerweise wird sie bei altersweitsichtigen Hyperopen oder geringfügig Myopen durchgeführt.

 

Zentrale PresbyLASIK: im Zentrum der Hornhaut wird die Korrektur für die Nähe durchgeführt. Diese Technik ist mit einer nur kleinen Hornhaut-Exzision verbunden, daher eignet sie sich sowohl für Myope als auch für Hyperope.

 

 

 

b. Corneal Inlays

 

 

 

Prinzip aller Inlays: intrastromale Einbettung eines Inlays nach Femtolaser-flap-oder Tunnel-Bildung

 

 

 

i. Kamra Inlay

 

  • Es ist wahrscheinlich das am besten untersuchte Hornhaut-Inlay
  • Wird durch Acu Focus Inc. in Irvine, California hergestellt
  • seit April 2015 Zulassung durch die FDA für die chirurgische Behandlung von Presbyopie für phake, emetrope Patienten zwischen 45-60 Jahren mit Bedarf für eine Nah-Korrektur von +1.00 bis +2.50 dpt
  • Eigenschaften: neuestes ist Modell 5 um dick, besteht aus Polyvinylidenfluorid mit einem Außendurchmesser von 3,8 mm und einer zentralen Öffnung von 1,6 mm. Das Inlay hat 8400 Mikroperforationen mit einem Durchmesser von 5 bis 11 uM und ist somit durchlässig für Nährstoffe. Die zentrale Blende ermöglicht eine erhöhte Tiefenschärfe, um die Nah- und Zwischenschärfe zu verbessern, mit minimaler Auswirkung auf die Sehschärfe.
  • https://www.youtube.com/watch?v=iYEGg4ohoJ8

 

 

 

​​​​​​​ii. Raindrop Inlay

 

 

 

  • Hersteller: Revision Optics in Lake Forest, California
  • Eigenschaften: 2.0 mm Durchmesser mit einer zentralen Dicke von 32 bis 36 uM. Es wird im Stroma unter einem Keratomie-flap platziert, ist mit Lasik kombinierbar
  • https://www.youtube.com/watch?v=t8_By6CEUvs

 

 

 

iii. ​​​​​​​Flexivue Inlay

 

 

 

  • Hersteller: Presbia Cooperatief in Amsterdam, Niederlande
  • Eigenschaften: 3,0 mm Durchmesser mit einer Dicke von 15 uM, wird unter Femtosecond Laserflap platziert, funktioniert vom Prinzip wie bifokale Gläser mit der Projektion zweier Bilder auf die Netzhaut
  • https://www.youtube.com/watch?v=K-_CfIc8uYg

 

 

 

​​​​​​​​​​​​​​iv. Icolens Inlay

 

 

 

  • Hersteller: Neoptics AG
  • Eigenschaften: 3,0 mm Durchmesser mit einer 1,8 mm zentralen Zone für Distanz und einer 1,2 mm peripheren positiven Brechungszone für die Nähe, zentrales 150uM Loch für Nährstofffluss,
  • Material: 2-Hydroxyethylmethacrylat und Methylmethacrylat.

 

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c. Conductive Keratoplasty

 

 

 

  • Technik: Eine Reihe von 8 bis 32 Herden werden mit hochfrequenter Energie (350-400 kHz) in bis zu drei Ringen in das periphere Hornhautstroma gesetzt, was zu einer Kollagenschrumpfung zwischen den Herden und infolge zu einer Aufsteilung der zentralen Hornhaut führt (ähnlich dem Konzept der Laser Thermal Keratoplasty LTK)
  • FDA Zulassung 2002 für unbehandelte, sphärisch (mit oder ohne Astigmatismus) Hyperope zwischen +.075 und +3.0 dpt,
  • 2004 FDA - Zulassung für die Verwendung von CK zur Behandlung von Presbyopie im nicht-dominanten Augen mit einer Zielrefraktion von -1.00 bis -2.00 D.
  • Problem: Effekte sind nicht stabil, Studien haben eine signifikante Regression im Langzeit-Follow-up gezeigt
  • https://www.youtube.com/watch?v=SYXHpH6Wj2k​​​​​​​

 

 

 

d. ​​​​​​​Intracor

 

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  • Technik: durch intrastromale Femtosekunden-Laserenergie in einem adaptiven Muster vom hinteren zum vorderen Stroma, ohne das Endothel oder die Bowman-Schicht zu beeinflussen, führt diese Technik zu einer zentralen Aufsteilung der Hornhaut
  • Studien zeigen die Wirksamkeit von INTRACOR bei der Behandlung von Presbyopie mit erheblichen Verbesserungen der unkorrigierten Sehschärfe in der Nähe mit minimaler Wirkung auf den Fernvisus.
  • Nachteile: irreversibel, unklare Effekte bezüglich der Stabilität der Hornhautarchitektur (beschriebene Keratektasie)
  • TECHNOLAS Femtosekunden-Lasersystem der Firma Technolas Perfect Vision GmbH in München
  • https://www.youtube.com/watch?v=Le5PE3w9DBA