Retinopathia centralis serosa – welche Faktoren beeinflussen die Krankheitsdauer?

Ziel dieser observativen, prospektiven Single-Center-Studie war es, die Bedeutung von okulären Befunden und systemischen Faktoren auf die Dauer und Erholung einer erstmals aufgetretenen, therapienaiven, akuten RCS-Episode zu untersuchen.

 

 

 

Da seröse Netzhautablösungen bei den meisten akuten RCS Fällen innerhalb von sechs Monaten spontan abklingen, wird im Allgemeinen zunächst ein Zuwarten ohne Therapie empfohlen. Je länger die Restitutio dauert, desto länger bestehen Symptome, obwohl der Zeitpunkt bzw. die Grenze, wann ein dauerhafter funktioneller Schaden eintritt, noch nicht eindeutig definiert werden konnte.

 

 

 

Könnte man diese Schwelle genauer eingrenzen, wäre es leichter den optimalen Behandlungszeitpunkt für chronische Fälle festzulegen, da mehrere Behandlungsoptionen (Photokoagulation extramakulärer Leckage-Punkte durch Argon- oder Mikropulslaser, Halbdosis- oder Halbfluenz- Photodynamische Verteporphin-Therapie (PDT), oral verabreichte Mineralocorticoid-Rezeptor (MR) -Antagonisten) verfügbar sind.

 

 

 

31 Patienten wurden in diese Studie eingeschlossen (26 Männer, 5 Frauen, Durchschnittsalter: 40,0), von denen es bei 26 (84%) innerhalb von 6 Monaten zu einer spontanen Rückbildung kam.

 

 

 

Faktoren, die mit einer längeren Episodendauer assoziiert waren:

 

• höhere subfoveale Aderhautdicke

 

• höhere Elevation der RPE-Läsionen an Leckage-Punkten

 

• höheres Alter

 

 

 

Das Indocyaningrün-Angiographiemuster, die Kortikosteroidaufnahme und der arterielle Blutdruck zeigten keinen Einfluss auf die Krankheitsdauer der RCS.

 

 

 

Alejandra Daruich et al, RETINA 37:1905–1915, 2017