Schritt-für-Schritt Analyse des 24-2/30-2 Humphrey

Schritt-für-Schritt Analyse des 24-2/30-2 Humphrey Ausdrucks

  1. Kontrollieren Sie den Patientennamen.
  2. Versichern Sie sich, welcher Test Algorithmus verwendet wird (24-2, 30-2)
  3. Stimulusgröße kontrollieren. (0.25mm2 bis 64mm2 durch römische Ziffern I bis V) . -Bei gutem Visus (20/200 oder besser) èStimulusgröße III (4 mm2). - Intensität der Hintergrundbeleuchtung: 31.5 ASB - Test-Strategie: SITA-Fast (für Patienten mit Aufmerksamkeitsproblemen), SITA Standard (Standard für Glaukom-Patienten)
  4. Pupillenweite während der Testzeit: Pupillendurchmesser < als 2mm und > 6mm können das Testergebnis beeinflussen.
  5. Genaue Refraktion sollte notiert und korrigiert sein, um eine optimale Sehkraft für Testdistanz (30cm) zu gewährleisten. Astigmatismuswerte über 1.25 dpt sollten mitkorrigiert werden.
  6. Aktuelles Datum und das Alter des Patienten einfügen - Bei der Untersuchung werden Testpunkte mit in Dekaden aufgeteilten Altersgruppen verglichen (z.B. ein 69jähriger Patient wird mit der Altersgruppe der 60-69 -Jähriger verglichen, wenn er dann 70 Jahre alt ist, mit der Gruppe der 70-79- jährigen)
  7. Sowohl falsch-positive wie auch falsch-negative sollten weniger als 20-30% betragen.
  8. Zur Prüfung der Test-Reliabilität auch die Werte der Numerischen Ergebnisse prüfen. (Normwert um die 30 dB, ein Wert > 40dB deutet daraufhin, dass der Patient gedrückt hat, auch wenn kein Stimulus zu sehen war („trigger-happy“). Der Test sollte dann wiederholt werden.
  9. Numerische dB-Graphen: (0 ist der hellste und 50 der dunkelste). Ein Wert von 0 bedeutet, dass der Patient den hellsten Stimulus nicht erkannt hat und 50 bedeutet, dass der dunkelste erkannt wurde. Grober Normwert: 30dB
  10. Darstellung der numerischen Werte in Grauskalen (0 dB schwarz bis 50 dB weiß)
  11. Die „mean deviation“ (durchschnittliche Abweichung) repräsentiert die herabgesetzte Wahrnehmung für jeden einzelnen geprüften Punkt im Altersvergleich der Kontrollgruppe. (andere Ursachen einer allgemeinen Wahrnehmungsreduktion wie Katarakt sind nicht berücksichtigt)
  12. Die Pattern deviation (Musterabweichung) erlaubt, die erhaltenen Daten bei herabgesetzter Wahrnehmung auf Katarakt oder Trübungen der brechenden Medien hin zu analysieren.
  13. Der Glaucoma Hemifield Test (GHT) vergleicht Punkte der oberen mit der unteren Gesichtshälfte. Nach Auswertung wird zwischen „ausserhalb normaler Grenzen“ (sprich obere und untere Testergebnisse unterscheiden sich, was für ein Glaukom sprechen könnte), „grenzwertig“ und „innerhalb normaler Grenzen“ unterschieden.
  14. Mean Deviation (MD) steht für die durchschnittliche Differenz des als normal erwarteten Ergebnisses im Vergleich zu der entsprechenden Altersgruppe. Typischerweise spricht eine MD von -2 oder weniger für glaukomatöse Veränderungen.
  15. Pattern Standard Deviation (PSD) informiert über lokalisierte Ausfälle. Ein hoher PSD-Wert spricht für einen fokalen Sensitivitätsabfall (untypisch bei Trübung der brechenden Medien).

 

 

Modifizierte Klassifikation nach Hodapp beim glaukomatösen Gesichtsfeldschaden

 

 

FRÜHER GLAUKOMATÖSER GESICHTSFELDDEFEKT

  1. MD < -6dB
  2. Weniger als 18 Messpunkte unter die 5% Irrtumswahrscheinlichkeit reduziert und weniger als 10 Punkte unter dem Signifikanzniveau p<1%
  3. Keine Messpunkt im zentralen 5 Grad Gesichtsfeld mit einer Empfindlichkeit von weniger als 15 dB

 

MODERATER GLAUKOMATÖSER GESICHTSFELDDEFEKT

  1. MD < -12dB
  2. Weniger als 37 Messpunkte unter die 5% Irrtumswahrscheinlichkeit reduziert und weniger als 20 Punkte unter dem Signifikanzniveau p<1%
  3. Kein absoluter Defekt (0 dB) im zentralen 5 Grad Gesichtsfeld
  4. Nur ein Halbfeld mit einer Empfindlichkeit von < 15 dB im zentralen 5 Grad Gesichtsfeld

 

FORTGESCHRITTENER GLAUKOMATÖSER GESICHTSFELDDEFEKT

  1. MD> -12 dB
  2. Mehr als 37 Messpunkte unter die 5% Irrtumswahrscheinlichkeit reduziert und mehr als 20 Punkte unter dem Signifikanzniveau p<1%
  3. absoluter Defekt (0 dB) im zentralen 5 Grad Gesichtsfeld
  4. in beiden Halbfeldern Empfindlichkeit auf < 15 dB im zentralen 5 Grad Gesichtsfeld reduziert

 

Quelle: EGS Guidelines 2016