Zusammenfassung DOG 10/2017

Zusammenfassung DOG

Vom 28. September bis zum 1. Oktober 2017 fand im Berliner Kongresszentrum Estrel die 115. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) statt.

Der diesjährige Kongress wurde unter das Motto „Deutsche Augenheilkunde international“ gestellt.

 

Als amtierender DOG-Präsident wählte Prof. Dr. Thomas Kohnen den Leitfaden für den viertägigen Kongress unter dem Eindruck, dass der internationale Austausch eine immer wichtigere Rolle in der Augenheilkunde spielt. Es war ihm, wie in Interviews zu lesen ist, ein besonderes Anliegen, nationale Aktivitäten, Einflüsse und Beiträge zur Entwicklung der internationalen Augenheilkunde darzustellen.

„Eine enge Vernetzung von Wissenschaft, Lehre und Krankenversorgung, unterschiedliche Blickwinkel auf das Fach und fruchtbarer Erfahrungsaustausch auf internationaler Ebene sind ganz besonders im Zeitalter der Globalisierung unverzichtbar geworden und bergen neue Chancen für gemeinschaftlich-internationale Entwicklungen.“

In diesem Sinne hat er sich auch erfolgreich darum bemüht, internationale Gesellschaften wie die ESCRS, EURETINA oder IIIC ins Boot zu holen, mit denen englischsprachige Sitzungen veranstaltet wurden – „Die Sprache der Wissenschaft heute“, wie er sagt.

 

Als Gastredner bei der Eröffnungsveranstaltung referierte der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch, der heute unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender des Finanzdienstleisters UBS-Europe SE ist, über: „Marktwirtschaft in Europa – auch in der Medizin?“ Seine Take-home-message lautete: „Die nationalen Gesundheitssysteme müssen europäisch werden.“ Er rief die Mediziner auf, diesen Prozess aktiv Hand in Hand mit der Politik zu gestalten.

Die diesjährige Alfred-von-Graefe-Vorlesung wurde von Martin Rohrbach gehalten, wobei er die Errungenschaften der deutschen Augenheilkunde von 1850 bis heute im Spiegel der Geschichte dargestellt hat.

Weitere Keynote Lectures des Kornea Experten Shigeru Kinoshita aus Japan und dem weltweit renommierten Refraktiv-Chirurgen Douglas Koch (USA) hatten einen großen Anteil zum internationalen Spirit dieses deutschen Kongresses.

Internationale Perspektiven eröffneten sich bereits am Donnerstag mit Symposien zu Hornhautendothel-Erkrankungen, zur Wiederherstellung der Augenoberfläche und zur Amblyopietherapie.

Europäische Perspektiven bot das FEOph-Symposium, in dem junge Referenten aus fünf Ländern über den heutigen Goldstandard der Kornea-Transplantation diskutierten.

Am gleichen Tag wurde mit Prof. Aniki Rothova (Rotterdam) eine weitere Spitzenforscherin für Uveitis aus Europa mit der Verleihung der Aurel-von-Szily-Medaille geehrt.

Natürlich fand wie jedes Jahr ein umfangreiches Fortbildungsprogramm in Vorlesungen, Kursen, Symposien, Postersitzungen und anderen Veranstaltungsformaten statt, begleitet vom Kaffee spendenden und austauschfördernden Tross der Industrieausstellung.